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Raspberry Pi Samba Server einrichten

(Dieser Artikel wurde am 02.09.2019 aktualisiert und befindet sich auf dem Stand von Raspbian Buster)

Samba ist ein freies Programmpaket für Unix Betriebssysteme welches es ermöglicht, Funktionen wie Dateiübertragung oder Druckerdienste über das SMB (Server-Message-Block-Protokoll) bereit zu stellen. Im Grunde ist es mit einem Sambaserver also möglich, Netzwerkfreigaben zu erstellen und so zum Beispiel einen Dateiserver aufzusetzen. Das kann praktisch sein, wenn man Dateien zwischen mehreren Geräten übertragen oder nutzen möchte. Im Prinzip kann man sich so auch ein eigenes NAS basteln, wenn man beispielsweise die eigene Festplatte mittels Samba im Netzwerk freigibt.

Software Installation und Konfiguration

In der Regel musst du zuerst einmal die benötigte Software herunterladen und installieren:

sudo apt-get install samba samba-common smbclient

Als nächstes kannst du zur Grundkonfiguration übergehen. Da diese bereits von Hause aus recht umfangreich und unübersichtlich ist, macht es Sinn eine eigene anzulegen, welche nur die benötigten Konfigurationen enthält.

Damit die alte Konfiguration als Backup erhalten bleibt, wird diese verschoben:

sudo mv /etc/samba/smb.conf /etc/samba/smb.conf_alt

Danach erstellst du die Datei für die neue Konfiguration:

sudo nano /etc/samba/smb.conf

Für den Anfang reicht die folgende Konfiguration völlig aus. Diese kannst du später problemlos erweitern:

[global]
workgroup = WORKGROUP
security = user
encrypt passwords = yes
client min protocol = SMB2
client max protocol = SMB3 

Global bedeutet, dass die Konfiguration auch für spätere Freigaben verwendet wird. Mit Workgroup wurden ursprünglich in Microsoft Windows Arbeitsgruppen erstellt. Da aber in neuen Windows Versionen diese Angabe nicht mehr berücksichtigt wird, dient diese lediglich zur Kompatibilität. Secutity = User sorgt dafür, dass die Benutzerverwaltung und deren Rechte des Servers greift. Die Angabe „encrypt passwords = yes“ dient der Sicherheit, da dadurch die Passwörter verschlüsselt übermittelt werden. Das SMB 1 Protokoll wurde bei Windows 10 als nicht sicher eingestuft. Deshalb geben die letzten zwei Zeilen an, das mind. SMB2 und höchstens SMB3 genutzt werden soll.

Die Konfigurationsdatei musst du anschließend speichern und schließen. Das geht wie gewohnt mit STRG + O, Enter, STRG + X.

Zu guter letzt kannst du mit folgendem Befehl die Konfigurationsdatei überprüfen:

testparm

Benutzer anlegen

Da Samba die Benutzerverwaltung des Servers verwendet, jedoch aber nicht die Passwörter der einzelnen Benutzer, musst du für jeden Samba-Benutzer zuerst einmal ein Passwort vergeben. Es ist ratsam, nicht das gleiche Passwort zu verwenden, welches du zur Anmeldung auf dem Pi benutzt. Zudem muss der Samba-Benutzername bereits in der Benutzerverwaltung des Servers angelegt sein.

 sudo smbpasswd -a pi 

Falls du einen Samba-Benutzer deaktivieren möchtest, geht dies mit folgendem Befehl:

 sudo smbpasswd -d pi 

Mit dem folgendem Befehl kannst du dem Samba-Benutzer wieder aktivieren:

 sudo smbpasswd -e pi 

Verzeichnisse erstellen und freigeben

Um ein Verzeichnis im Netzwerk freizugeben, musst du in der Konfiguration zuerst eine Freigabe einrichten. Die Freigabe kann ein beliebiges Verzeichnis auf dem Pi sein oder auch ein USB Stick oder eine externe Festplatte. Solltest du letztes in Betracht ziehen, musst du zuerst einmal den Datenträger in das System einbinden und automatisch mounten. Wie das funktioniert, erfährst du im Artikel Raspberry Pi USB Stick Einrichtung.

Wenn du bereits einen Mountpoint im Homeverzeichnis über den Artikel Raspberry Pi USB Stick Einrichtung erstellt hast, kannst du diesen Schritt überspringen, da dieser gleichzeitig auch als Freigabeordner fungiert. Falls du ein neues Verzeichnis freigeben möchtest welches noch nicht existiert, kannst du dieses im Homeordner wie folgt erstellen:

mkdir wunschordner

Anschließend öffnest du die Konfigurationsdatei:

sudo nano /etc/samba/smb.conf

Dort fügst du folgende Zeilen ein:

[SambaName]
comment = Samba-Name-Freigabe
path = /home/pi/wunschordner
read only = no

Die Konfiguration wird wie gewohnt mit STRG + O, Enter, STRG + X.

Schlusswort

Der Samba-Server ist nun fertig eingerichtet und kann neu gestartet werden:

sudo service smbd restart
sudo service nmbd restart
raspbery_pi_samba_server.txt · Zuletzt geändert: 2019/09/04 17:02 von kohtachan