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Raspberry Pi Stresstest für Kühlung und Overclocking

(Dieser Artikel wurde am 12.09.2019 aktualisiert und befindet sich auf dem Stand von Raspbian Buster)

In diesem Artikel möchte ich kurz erläutern, wie du an deinem Raspberry Pi einen Stresstest durchführen kannst. Das ist sinnvoll um zu testen, wie warm die CPU des Raspberry Pi bei maximaler Auslastung wird. Dadurch kannst du unter anderem Rückschlüsse darauf ziehen, ob die Kühlung der CPU ausreichend ist, beispielsweise beim Übertakten der CPU, aber auch im normalen Betrieb. Um die CPU vor Schäden zu schützen, senkt der Raspberry Pi bei einer Temperatur ab etwa 80°C die Leistung herab (trottheln). Da dies mit Leistungs- und Stabilitätseinbußen einhergeht, sollte die CPU also stets ausreichend gekühlt sein, um dies zu vermeiden. Das ist insbesondere beim Raspberry Pi 4 ein wichtiger Punkt, da dieser im Vergleich zu seinen Vorgängern durch die erhöhte Leistungsaufnahme mehr Abwärme bildet.

Ein Stresstest führt eine Menge Prozesse aus, um die CPU des Raspberry Pi an seine Grenzen zu bringen. Dabei lässt sich die Temperatur über einen längeren Zeitraum konstant überwachen. Wünschenswert wäre eine Temepratur unter 60°C. Für den Stresstest solltest du auch darauf achten, dass der Pi ausreichend Leistung aufnehmen kann. Die jeweilige Leistungsaufnahme der einzelnen Modelle kannst du unter Die Raspberry Pi Modelle einsehen. Mit einem offiziellen Netzteil der Raspberry Pi Foundation bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Im folgenden Stelle ich dir zwei Methoden für einen Stresstest vor. Die erste Methode wird alle CPU Kerne auslasten, was die maximale Auslastung des Raspberry Pi im Alltag simuliert. Der zweite Test nennt sich cpuburn-a53 und treibt die CPU regelrecht an Ihre Grenzen.

Die zweite Methode über cpuburn-a53 ist mit Vorsicht zu genießen und sollte erst ausgeführt werden, wenn der Raspberry Pi bei der ersten Methode stabil und mit nicht zu hohen Temperaturen läuft!

Vorbereitung

Zunächst einmal lädst du das Programm Stress herunter, welches du in den offiziellen Paketquellen findest:

sudo apt-get install stress

Falls du anschließend noch den cpuburn-a53 Stresstest machen möchtest, kannst du das Programm gleich mit herunter laden:

wget https://raw.githubusercontent.com/ssvb/cpuburn-arm/master/cpuburn-a53.S
gcc -o cpuburn-a53 cpuburn-a53.S

Stelle sicher, das alle Lüfter und Kühlkörper korrekt verbaut sind und funktionieren. Du kannst dir während des Stresstests optional auf der Konsole noch die momentane Auslastung des Systems anzeigen lassen. Dazu gibst du folgendes ein:

htop

Stresstest ausführen

Nun kommt der eigentliche Stresstest für den Raspberry Pi. Um diesen auszuführen gibst du folgendes ein:

while true; do vcgencmd measure_clock arm; vcgencmd measure_temp; sleep 10; done& stress -c 4 -t 900s

Du solltest nun sehen, wieder Stresstest startet und in den nächsten 10 Minuten immer wieder die Temperaturwerte ausgibt.

Wenn dieser Test 10 Minuten durchgelaufen ist, der Raspberry Pi nicht die CPU runtergetaktet hat und die CPU auch nicht Wärmer als 80°C geworden ist, kannst du den cpuburn-a53 durchführen und den Raspberry Pi mal richtig an seine Grenzen bringen.

while true; do vcgencmd measure_clock arm; vcgencmd measure_temp; sleep 10; done& ./cpuburn-a53

Glückwunsch, wenn cpuburn-a53 ebenfalls 10 Minuten durchgelaufen ist, ohne das der Raspberry Pi die CPU runtergetaktet hat und die CPU auch nicht Wärmer als 80°C geworden ist. Somit hast du dann eine ausreichende Kühlung und damit auch ein stabiles System.

raspberry_pi_stresstest_kuehlung_overclocking.txt · Zuletzt geändert: 2019/09/12 22:33 von kohtachan